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Tipps aus der langjährigen Erfahrung einer Naturheilärztin. Von Agatha Thrash (2031-2015)

Viele haben Mühe, genug Schlaf zu bekommen. Allein in Amerika werden allein jährlich 600 Tonnen Schlaftabletten konsumiert! Genug Schlaf ist wichtig – nicht zu viel, nicht zu wenig, zu regelmäßigen Zeiten, auch am Wochenende.

Die Forschung hat ergeben, dass Frauen sieben- bis achtmal häufiger an Schlaflosigkeit leiden. Sie zeigt uns auch, dass der Schlaf vor Mitternacht doppelt so erholsam ist wie der Schlaf danach. Denn hauptsächlich während der Stunden vor Mitternacht – aber nur im Schlaf – werden Wachstumshormone gebildet, die übrigens auch für den Erwachsenen wichtig sind: Sie stimulieren Reparatur- und Heilprozesse, eine fröhliche Stimmung und einen starken Geist.

Wer die Nacht nicht durchschlafen kann, versuche deshalb früh zu Bett zu gehen, statt lange aufzubleiben in der Hoffnung, irgendwann müde zu werden.

Kurzschläfer oder Langschläfer?

Wer wenig schläft ist meist kontaktfreudig, lebenslustig, zufrieden und leistungsfähig. Langschläfer sind eher besorgt, ängstlich, depressiv und in sich gekehrt. Wer weniger als sechs oder mehr als neun Stunden schläft, muss sich auf ein kürzeres Leben einstellen als jene, die sieben bis acht Stunden schlafen.

Gewichtszunahme steigert das Schlafbedürfnis, Gewichtsverlust verringert es. Im Alter zwischen 60 und 70 stellt die biologische Uhr des Körpers die Bettgehzeit auf 7:00 oder 8:00 Uhr abends zurück. Etwa 8 Stunden später klingelt der »Wecker« und man wacht zwischen 4:00 und 5:00 Uhr auf. Das Problem bei älteren Menschen ist, dass sie um diese Uhrzeit nicht ins Bett gehen und deshalb fast zu jeder Tageszeit, wenn sie zur Ruhe kommen, schläfrig sind und einnicken. Wer nur vier oder fünf Stunden pro Nacht schläft, sollte früher zu Bett gehen, statt morgens lange auszuschlafen. Man wird am nächsten Tag geistig frischer und insgesamt leistungsfähiger sein.

Zwei Arten von Schlaflosigkeit

Einige schlafen innerhalb von zwei Minuten ein, also kaum dass sie sich hingelegt haben. Andere brauchen fast eine halbe Stunde (der Durchschnitt liegt bei acht Minuten). Was aber ist mit den Leuten, die unter Schlaflosigkeit leiden? Es gibt zwei grundlegende Arten von Schlaflosigkeit. Bei der ersten schläft man sofort ein, verfällt aber nach einer gewissen Zeit in einen immer leichteren Schlaf, bis er nur noch äußerst flach ist. Dann wacht man plötzlich auf, ist ausgeschlafen und kann nicht mehr einschlafen.

Bei der anderen Schlaflosigkeit fürchtet sich der Betroffene schon vor dem Zubettgehen. Denn er weiß, dass er sich erst mal ein bis zwei Stunden hin- und herwälzen wird. Für beide Arten von Schlafstörung gibt es hilfreiche Tipps:

Schäfchen zählen?

Wer sofort einschlafen kann, aber nicht lange genug schläft, um erholt genug zu sein, kann versuchen, nach dem Wachwerden tiefe Atemzüge zu nehmen, statt an die Probleme des Tages oder die Pflichten von morgen zu denken. Nicht steif im Bett liegen bleiben, sonst konzentriert man sich zu sehr auf die gefürchtete Schlaflosigkeit. Man kann sich ruhig ein wenig bewegen! Verschiedene Muskeln an- und entspannen – erst Gesicht, dann Nacken, Schultern und so weiter. Das ist eine gute Methode wieder einzuschlafen. Nicht die Zeit mit Schäfchenzählen verschwenden! Lieber über ewige Werte nachdenken: über Güte, Demut, Liebe, Geduld, das richtige Maß, Sorgfalt, Fürsorge, Zuverlässigkeit und Treue. Diese Gedanken bringen inneren Frieden.

Bewegung, Ernährung, Medikamente …

Wer abends einfach nicht einschlafen kann, sollte sich tagsüber mehr bewegen, mindestens eine Stunde schwungvoll an der frischen Luft arbeiten oder Sport treiben.

Am besten nur ein leichtes oder gar kein Abendessen. Wenn schon, dann nur Vollkornbrot oder -getreideflocken und einfach Obst dazu.

Schlaftabletten sollte man unbedingt vermeiden. Denn sie borgen sich den Schlaf nur von der Zukunft. Irgendwann muss alles mit Zinsen zurückbezahlt werden – und manchmal kommt die Rechnung zu äußerst ungelegener Zeit! Die Tagesdosis Schlaf sollte wenn irgend möglich auch innerhalb von 24 Stunden eingenommen werden. Wenn es nicht anders geht, dann holt man den verlorenen Schlaf am besten den nächsten Vormittag direkt vor dem Mittagessen nach, aber bitte nie am Nachmittag, weil dadurch der Nachtschlaf gestört wird.

Früh zu Bett, früh raus …

Regelmäßigkeit in unseren Gewohnheiten ist besonders beim Essen und Schlafen wichtig. Die Mahlzeiten immer zur selben Zeit einnehmen und stets pünktlich zu Bett gehen. Zu unserem modernen Lebensstil gehören stark schwankende Bettgehzeiten. Im vorletzten Jahrhundert und davor gingen alle »mit den Hühnern« zu Bett. Das Leben war viel regelmäßiger.

Wasser innen, Wasser außen

Ein gutes Abendritual ist: ein Bad nehmen, Abendandacht machen, beten, Licht ausmachen, sich gemütlich in ein bequemes Bett legen und warm zudecken.

Alle koffeinhaltigen Getränke wie Kaffee, Tee, Cola und Kakao abends vermeiden. Diese Drogen regen das Nervensystem an, sodass wir nicht schlafen können.

Wer mitten in der Nacht aufwacht und nicht mehr einschlafen kann, kann es mit einem lauwarmen Bad versuchen. Aber nicht erst warten, bis Sorge und Langeweile aufgekommen sind. Wenn man nach zehn Minuten immer noch wach ist, langsam aufstehen, Wasser bei einer Temperatur von 33 bis 36 Grad Celsius einlassen, 10 bis 50 Minuten genießen, langsam aussteigen, Haut mit weichem Handtuch trocken tupfen (nicht wie morgens abreiben, sonst wird die Haut angeregt) und wieder ins Bett legen. Locker und langsam atmen. Diese Behandlung entführt schon bald ins Reich der Träume.

Weitere Tipps fürs Einschlafen

Aufputschmittel wie Fernsehen und andere visuelle Reize, Stress, tierische und raffinierte Nahrungsmittel und Zucker vermeiden.

Tagsüber immer genug Wasser trinken. Die Gehirnzellen sind im Schlaf aktiv und brauchen ausreichend Wasser.

Im Schlafzimmer sollte Frischluft zirkulieren können, aber keine Zugluft entstehen. Tagsüber das Schlafzimmer ausgiebig lüften.

Beim Schlafen nie das Gesicht bedecken. Ausreichend warme Schlafbekleidung tragen. Vor allem Hals und Arme sollten gut bekleidet sein. Die Bettdecke sollte wenig Gewicht haben. Kalte Füße und Beine fördern Beinkrämpfe und Schlafstörungen. Deshalb: warme Strümpfe!

Vor dem Zubettgehen Katzenminze oder Hopfentee trinken.

Langsam 40-mal tief einatmen.

Gekürzt aus DR. MED. AGATHA THRASH, in 3ABN WORLD, Aug. 2009, S. 42-43 und Sep. 2009, S. 38-39

Quelle: hoffnung-weltweit.info

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